Die Tochter der Sündenheilerin - Leseprobe (Seite 2 von 3)


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Tore zu neuen Welten


»Wäre es nicht an der Zeit, Regenstein mit Birkenfeld zu verbinden?« Er lächelte sie an.

Eine gute Mitgift würde sie auch einbringen, eine der drei Eisenerzminen, die ihrem Vater gehörten.
Und dass sie ihm im Bett Freude bereiten würde, stand außer Frage.

»Ihr glaubt, Ihr wärt der rechte Mann für mich? Herr Eberhard, bedenkt, Eure Tochter ist nur um ein Jahr jünger als ich.«

»Männer sind wie Bäume«, erwiderte er und berührte den Stamm der Eiche. »Ihre Stärke wächst mit dem Alter. Frauen hingegen sind wie Rosen – man muss sie rechtzeitig pflücken, bevor sie verwelken.«

»Ihr seid mir ein rechter Poet, Herr Eberhard.« Sie lachte. »Soll ich mich geschmeichelt fühlen, dass ein starker Baum wie Ihr bereit ist, eine unscheinbare kleine Rosenknospe wie mich zu pflücken?«

»Ihr könntet keine bessere Partie machen, Fräulein Antonia. Niemand vermag es mit der Stärke der Regensteiner aufzunehmen.«



»Und natürlich trügt Ihr mich auf Euren starken Händen und würdet mich mit Eurem sprichwörtlichen Witz und Geist erfreuen.« Sie kicherte.

Eberhard nickte zufrieden.
Auch wenn sie eine Birkenfelderin war, so schien sie ihm doch verständiger als der Rest ihrer Sippe.
Eine Frau, die wusste, was gut für sie war.

»Ihr werdet mir gewiss viele Söhne gebären«, sagte er. »Den passenden Körper habt Ihr ja, runde Hüften und volle Brüste, die sich nach Liebkosung sehnen.«

Antonia räusperte sich. »Herr Eberhard, glaubt Ihr nicht, dass Ihr mit Euren Worten ein wenig zu weit geht?«

Ah, jetzt spielte sie wieder die Schamhafte!
Umso besser.
Sollte sie nach außen ruhig kühl und beherrscht wirken, den leidenschaftlichen Funken würde er allein entfachen, wenn sie erst die Seine war.

Und dass sie ihm gegenüber nicht abgeneigt war, hatte sie ihm durch ihre offenen Blicke deutlich genug gezeigt.

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