Die Reise der Sündenheilerin - Hintergrundstory (Seite 2 von 2)


Bücher -
Tore zu neuen Welten

Leider war ich bislang nie in Ägypten, auch wenn das ein großer Traum ist. Doch eine Reise dorthin war zu der Zeit, da ich den Roman plante und schrieb, aus vielerlei Gründen nicht möglich.

Ein Grund war die schwere Krebserkrankung meines Vaters. Er hat noch den Anfang des überwältigenden Erfolgs der „Sündenheilerin“ miterlebt und wartete gespannt darauf, ob ich wohl einen Vertrag für die Fortsetzung bekäme. Doch dann verschlechterte sich sein Zustand im August 2011 rapide, nachdem er bereits mehr als vier Jahre mit schwersten Knochenmetastasen und einer verhältnismäßig guten Lebensqualität, die seinem unerschütterlichem Optimismus geschuldet war, überlebt hatte. Die Ärzte meinten im August 2011, er würde nur noch wenige Tage leben, als er eine Urosepsis entwickelte. Mit über 40°C Fieber kam er in die Klinik, wurde von Schüttelfrösten gequält, konnte mir aber immer noch zeigen, dass er ins Leben zurückkehren wollte, so fest, wie er meine Hände auch in diesem Zustand noch drückte.

Entgegen der Vermutungen der Ärzte schlugen die Antibiotika tatsächlich an –
er erholte sich noch einmal. Wer „Die Reise der Sündenheilerin“ liest, wird wissen, in welchen Kapiteln ich diese Erfahrungen verarbeitet habe.


Am 7. Oktober 2011 bekam ich von meiner Lektorin die Nachricht, dass es einen Vertrag für „Die Reise der Sündenheilerin“ geben würde.

Ich habe es meinem Vater noch am selben Abend im Hospiz erzählt. Er hat sich sehr gefreut und obwohl er seit Tagen keinen Appetit mehr hatte, zur Feier des Tages noch ein Stück Fürst Pückler Eis gegessen. Es sollte seine letzte Mahlzeit sein.

Am 8. Oktober war er bereits nicht mehr ansprechbar und starb schließlich um 0.00 Uhr in der Nacht zum 9. Oktober 2011. Deshalb ist dieses Buch der Erinnerung an ihn gewidmet. Es war so, als hätte er nur noch auf diese Nachricht gewartet, um in Frieden gehen zu können.

Auch deshalb wird dieses Buch immer etwas ganz Besonderes für mich sein – ein Abschluss, der zugleich ein Anfang ist, denn mein Vater hat immer an mich geglaubt. Früher, als ich noch keinen Verlag hatte, meinte er immer: „Eines Tages wirst du mit deinen Büchern Erfolg haben. Ob ich das noch erleben werde, weiß ich nicht, aber Erfolg wirst du haben.“

Er durfte den Erfolg noch erleben – und das macht mich unglaublich dankbar.

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